Bau des Schallhauses

Das pavillonartige Schallhaus steht im Zentrum des Schlossgartens der Heidecksburg zu Rudolstadt. Aus einem, in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts angelegten Renaissancegarten entwickelte sich eine geometrische Gartenanlage. In deren Mittelpunkt wurde in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts ein Gartenhaus, das heutige Schallhaus, errichtet. Auf der großen Hauptachse des barocken Gartens konnte man es durchschreiten. Ursprünglich bestand es im Inneren aus einem großen Saal mit einer umlaufen­den Galerie. Diese war nur durch einen separaten Zugang von Außen über eine in der Nordwand ausgesparten Treppe zu errei­chen. Eine weitere Treppe führte zu einem auf der Mauerkrone gelegenem Umgang, von dem aus Garten und Umgebung betrach­tet werden konnten. Erst 1729/30 entstand die geschweifte Haube mit dem darunter liegenden Schallsaal. Dieser zum Musizieren bestimmte Raum ist durch eine Öffnung im Boden mit dem darunter liegenden ebenerdigen Raum für die Zuhörer verbunden. Durch die gekrümmten Wände, die allmählich in die gewölbte Decke übergehen, ent­steht die spezifische Akustik des Raumes. Diese Raumform sorgt für einen langen Nachhall, in dem polyphone Stimmen oder der Klang verschiedener Instrumente zu meditativ oder sphärisch wirkenden Klangmomenten verschmelzen. Zugleich wird der Schall verstärkt. Der untere Saal erhielt ungefähr 10 Jahre später eine zurückhaltende farbliche Gestaltung, die in ihrer schlichten Eleganz Raum für das sinnliche Hörerlebnis der gleichsam vom Himmel herabschwebenden Musik ließ. Von Anfang an bildeten Garten und Schallhaus eine Einheit. Um 1750 wurden die letzten Gemüsebeete von der bis dahin auch als Küchengarten genutzten unteren Gartenterrasse verbannt. Damit entstand ein reiner barocker Lustgarten. Schriftliche Quellen berichten vom sommerlichen Gartenleben und erwähnen z. B. kleine Öfen, bestimmt zum Kaffeekochen und anderer möglicher ,,Vorkommenheiten“.

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