Das Schallhaus im Klassizismus

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurde der barocke Lustgarten zum Landschaftsgarten umgestaltet und dabei auch das Schall­haus von außen und im Innern verändert. Dabei entfernte man bedauerlicherweise wesentliche Bestandteile seiner barocken Gestaltung. Die großen gegenüberliegenden Türen wurden zu Fenstern und der Eingang nach Süden verlegt. Das Schallhaus erhielt einen ockerfarbenen Anstrich und der Saal eine neue, nun blaue Farbigkeit mit grau gehaltenen Ornamenten. Anhand zweier Entwürfe lässt sich nachvollziehen, dass auch die Akustik im Schallhaus verändert werden sollte. Das Raumvolumen des Schallsaales sollte verkleinert werden. Dazu war vorgesehen die Decke des unteren Saales anzuheben und die gewölbten Segmente durch schräge ebene Flächen zu ersetzen. Dieser Teil der Planung wurde jedoch nicht ausgeführt. Anschließend stellte man im Schallhaus in Rom erworbene Gipsabgüsse auf. Darunter die Köpfe der Dioskuren, die auch Goethe nach Rudolstadt lockten. Der Saal blieb in seiner klassizistischen Gestaltung bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts erhalten. Der Landschaftsgarten ähnelte schon im frühen 19. Jahrhundert einem dichten Wäldchen. In den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts, nachdem der Garten vollständig verwildert war, erwog man eine Wieder­herstellung des barocken Gartens nach den überlieferten Plänen des mittleren 18. Jahrhunderts. Allerdings unterblieb die Ausführung. 1990 musste während der Neueindeckung des Daches die vom Schwamm befallene Dachkonstruktion teilweise ausgetauscht werden. Dabei wurde auch der Wandputz im Schallsaal entfernt. Er ist die Vorraussetzung für die ursprüngliche Raum­akustik. Die Stiftung Thü­ringer Schlösser und Gärten plant die Wiederherstellung des Gebäudes und des Schlossgartens.

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